Die ultimative Superdiät

Ich hab mal gehört, dass Ausgaben von Frauenzeitschriften dann die höchsten Verkaufszahlen erzielen, wenn sie entweder ein „Frisuren Extra“ oder ein „Diät Extra“ zum Thema haben. Und sehen Sie, es wirkt! Auch Sie haben bereits bis hierhin gelesen. Ich werde Sie nicht enttäuschen. Bei meiner Diät müssen Sie weder lästige Kalorien zählen noch schweren Herzens auf Süsses und Fettiges verzichten. Sie müssen auch nicht wochenlang auf langweiligem Gemüse und nicht sättigenden Früchten herumkauen. Denn ich kenne die ultimativen Tipps, wie Sie Erfolge erleben ohne auf Genuss verzichten zu müssen.

Tipp 1: Kaufen Sie sich einen leicht nach innen gewölbten Spiegel. Den gibt es in jedem Billigmöbelhaus. Für diesen niedrigen Preis gibt es nämlich gar keine glatten Spiegel. Hängen Sie diesen an einem möglichst oft passierten Ort in der Wohnung auf und freuen Sie sich mehrmals am Tag an Ihrem Spiegelbild.

Tipp 2: Falls Sie eine Frau sind, besuchen Sie eine Rubens-Ausstellung und bestaunen Sie die Akte mit den lustigen Mehrfachwürstchen am Bauch und die weichen, runden Hüften. Vergleichen Sie diese mit den ihren und stellen Sie fest, dass auch Sie es würdig sind, auf Leinwand verewigt zu werden.

Tipp 3: Kaufen Sie sich eine analoge Waage. Drehen Sie das Justierrad vor dem Wägen einige Kilo unter Null. Staunen Sie jeden Morgen über die purzelnden Pfunde.

Tipp 4: Machen Sie sich eine Liste von erfolgreichen dicken Persönlichkeiten (Helmut Kohl, Ottfried Fischer, Oprah Winfrey usw.). Erkennen Sie, dass körperliche Schwergewichte auch gesellschaftliche sind. Nehmen auch Sie sich den Platz, der Ihnen gebührt.

Tipp 5: Kaufen Sie weite Kleider. Haben Sie es wirklich nötig, den ganzen Tag von einem zwickenden Hosenbund an Ihre Fettpolster erinnert zu werden? Geniessen Sie es, beim Sitzen ein rundum angenehmes Körpergefühl zu haben.

Tipp 6: Lernen Sie fremde Kulturen kennen, wo Leibesfülle ein Zeichen von Wohlstand ist. Gehen Sie bei Bedarf eine Liaison mit jemandem aus einer ebensolchen Kultur ein.

Tipp 7: Kaufen Sie sich straffende Körpercremes. Üppiger Schenkel- oder Bauchumfang sieht doppelt gut aus, wenn die Konturen keine Dellen aufweisen (gilt nur für Frauen, Männer haben sowieso keine Cellulite, dafür haben Sie öfter mal Nagelpilz, ausgleichende Gerechtigkeit).

Tipp 8: Eröffnen Sie ein Sparkonto, gönnen Sie sich eine Schönheitsoperation. Fett absaugen ist zwar unappetitlich, aber danach haben Sie die lästigen Fettzellen für immer los, und das viele lästige Geld auch.

Tipp 9: Baden Sie an einem lauschigen Ort in der Natur, wo Sie keiner sieht. Geniessen Sie das leise Säuseln des Sommerwindes, das zarte Summen der Bienen, riechen Sie den Duft der saftigen Gräser und freuen Sie sich am Leben.

Tipp 10: Falls Tipp 1 bis 9 keinen Erfolg bringt, dann tut es Tipp 10 garantiert. Essen Sie vor allem Gemüse, Vollkorn und mageres Fleisch. Bewegen Sie sich jeden Tag eine halbe Stunde. Nehmen Sie die Treppe anstatt den Lift. Aber das muss ich Ihnen ja nicht sagen, das haben Sie sicher schon hundertmal gelesen.

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„Eine Diät, bei der Sie nicht auf Süsses verzichten müssen.“

Kinder an die Smartphones!

Die Fachleute, die wissen wollen, dass Handys und Games unsere Kinder verblöden lassen, haben nicht einfach nur recht, auch wenn ihre Studien beweisen mögen, wie das Kinderhirn Sucht- und von mir aus Schrumpfanzeichen zeigt. Auch diejenigen, die vor der Eisenbahn und vor dem Elektrosmog und vor der Mikrowelle warnten, hatten ihre berechtigten Bedenken. Es ist nunmal so, dass diese rechteckigen Dinger unseren Alltag seit ein paar Jahren von Grund auf verändert haben. Wieso sollten unsere Kinder also nicht ganz natürlich mit diesen Geräten aufwachsen? Man kann soviel damit machen. Anstatt eines Scherenschnitts hat mein Sohn (11) mir halt neulich auf seinem Smartphone ein Bild von sich gestaltet. Es ist witzig, kreativ und höchst selbstironisch. Mit diesem einen Bild hat er auf eine humorvolle Weise dargestellt, was er mir bedeutet. Ob diese meine Fixierung auf ihn nun gut ist oder nicht, sei hier nicht weiter erläutert. Mit dem Stift hätte er diese Aussage wohl nicht so messerscharf hingekriegt. Also, was soll’s? Lasst sie doch endlich damit experimentieren, ihr habt ja selber den grössten Spass an Eurem Smartphone.

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„Wenn ich Dich sehe, geht die Sonne auf.“

Schleckzeug in extremis

Es war ja schon immer das Grösste, als Kind neues Schleckzeug zu entdecken, Zeug, das andere noch nie gesehen hatten. Krasse saure Riesenmocken (heute Centershock) oder Riesenkaugummis, die zu Kaumuskelkrampf führten und einem den klebrigen Speichel zum Mund rauslaufen liessen. Die besten Schläckis aber fanden meine Schwester und ich immer im Ausland, dort gab es nie gesehene unbekannte Marken. Der erste Gang nach der langen Autofahrt nach Südfrankreich war immer zuerst der in den Einkaufsladen auf dem Campingplatz, dort, wo all die bunten, fremden Gummisachen  in der Auslage auf uns warteten.

Dieses aufregende Gefühl kam wieder in mir hoch, als ich kürzlich mit meinem Sohn in London war. Und ich konnte meine Begeisterung ob dem Fundstück nicht verbergen, als er in einem Schläcki-Laden eine WC-Schüssel mit saurer Brause entdeckte, in die man einen klebrig-angefeuchteten Lolly zuerst genüsslich tunken und danach abschlecken konnte, einer WC-Bürste gleich, sich vorstellend, die Brause sei Scheuerreiniger und man putze damit die Schüssel. Noch bevor er mich anbetteln konnte, ich möge ihm doch dieses total lustige Schleckzeug kaufen, hatte ich in vorauseilender kindlicher Freude mein Portemonnaie in der Hand.

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„Natürlich kaufe ich Dir diesen Seich, mein Schatz!“